Kindertagesstätte - Ziele unserer Arbeit

 

2. Die Ziele unserer Arbeit

 

 

2.1 Entwicklung der Persönlichkeit

Die Entwicklung der Persönlichkeit ist ein sehr komplexes Thema und bildet die Grundlage unserer Arbeit. Um die Persönlichkeit ganzheitlich zu fördern, müssen vielfältige Bereiche bedacht werden. Erst wenn die nachfolgenden Bereiche ausreichend gefestigt sind, kann eine Verfeinerung der Förderziele stattfinden. Die Grundlage unserer Arbeit findet daher hauptsächlich im Alltag statt. Im nachfolgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die so genannten Basiskompetenzen (Kompetenzen, die ein Kind erwerben muss, damit weiterführende Ziele erreicht werden können). Am Beispiel des freien Essens werden die einzelne Basiskompetenzen nochmals verdeutlichen.

 

2.1.1. Selbstwahrnehmung

2.1.1.1 Selbstwertgefühl (wie der Mensch seine Fähigkeiten / Eigenschaften bewertet). Z. B.: Traue ich mir zu, mein Getränk selbständig aus der Kanne in mein Glas zu schenken?
2.1.1.2 Positives Selbstkonzept (wissen über sich selbst –Leistungsfähigkeit, soziales Zurechtkommen, Motorik….). Z. B.: Kinder trauen sich zu, ihr Brot selbständig mit dem Messer zu teilen.

   

2.1.2. Motivationale Kompetenz

2.1.2.1 Autonomieerleben (ich bin Verursacher meiner Handlung, Selbstbestimmung), z. B.: die Kinder machen sich Gedanken darüber, wann sie essen gehen und was sie vom Mitgebrachten essen möchten.
2.1.2.2 Kompetenzerleben (sich als kompetent erleben – wissen was ich kann), z. B.: siehe Punkt Selbstwahrnehmung.
2.1.2.3 Selbstwirksamkeit (Überzeugung Aufgaben/Probleme auf Grund eigener Kompetenzen zu bewältigen), z. B.: siehe Selbstwahrnehmung.
2.1.2.4 Selbstregulation (eigene Beobachtung + Bewertung seines Verhaltens), z. B.: Ich schaffe es doch schon alleine meine Brotbox zu öffnen!.
2.1.2.5 Neugier + individuelle Interessen (aufgeschlossen sein gegenüber Neuem), z. B.: Die Kinder probieren für sie unbekanntes Obst vom Obstteller.

 

2.1.3. Kognitive Kompetenz

2.1.3.1 Differenzierte Wahrnehmung (über alle Sinne wahrnehmen ist grundlegend für Erkennens- ,Gedächtnis- und Denkprozesse), z. B.: Die Kinder beurteilen die Konsistenz ihres Essens und überlegen, welches Material sie zum Essen benötigen.
2.1.3.2 Denkfähigkeit (Sichtweise der Welt- Egozentrismus, Ober- Unterbegriffe, Mengen), z. B.: Die Kinder erfahren, dass die Aufforderung sich Geschirr zu holen, sowohl einen Teller als auch ein Glas beinhaltet.
2.1.3.3 Gedächtnis (Merkfähigkeit), z. B.: Merken des regelmäßigen Ablaufens – Händewaschen, Tasche holen, Tisch decken, Essen, Aufräumen.
2.1.3.4 Problemlösefähigkeit (Konflikte/Denkaufgaben/Situationen analysieren + Lösung finden), z. B.: Die Kinder überlegen, was sie tun können, wenn sie evtl. beim Einschenken des Trinkens daneben gegossen haben.
2.1.3.5 Phantasie und Kreativität (im motorischen, sprachlichen, musikalischen und gestalterischen Bereich), z. B.: die Kinder gestalten den Tischschmuck mit und sorgen für ein angenehmes Ambiente, indem sie beispielsweise Blumen im Garten pflücken.

 

2.1.4. Physische Kompetenz

2.1.4.1 Übernahme von Verantwortung für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden (grundlegende Hygienemaßnahmen,  Ernährungserziehung), z. B.: Händewaschen vor dem Essen.
2.1.4.2 Grob – und feinmotorische Kompetenzen (Bewegungssteuerung, Geschicklichkeit), z. B. durch das Schälen einer Mandarine schult das Kind die Feinmotorik.
2.1.4.3 Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung (Wechsel Konzentration-Entspannung), z. B. beim Einschenken des Getränkes muss das Kind überlegen, wie voll ist die Kanne und wie muss ich meine Kraft dosieren um das Getränk in das Glas zu bekommen.

 

2.1.5. Soziale Kompetenz

2.1.5.1 Gute Beziehungen zu Erwachsenen und Kindern Beziehungsaufbau und -gestaltung), z. B.: Die Kinder entscheiden selbst neben wem sie sitzen möchten.
2.1.5.2 Empathie und Perspektivenübernahme (sich in andere hineinversetzen, Gefühle verstehen), z. B. die Kinder bemerken, wenn andere Hilfe benötigen und helfen zum Beispiel beim Joghurt öffnen.
2.1.5.3 Kommunikationsfähigkeit (sich ausdrücken können, Mimik und Gestik), z. B. die Kinder bieten ihre Hilfe an.
2.1.5.4 Kooperationsfähigkeit (Zusammenarbeit bei Aktivitäten – Stuhlkreis, Tischdecken….).
2.1.5.5 Konfliktmanagement (Erlernen von Konfliktlösungstechniken), z. B.: Kinder lösen Auseinandersetzungen um einen Sitzplatz selbständig.

 

2.1.6. Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz

2.1.6.1 Werthaltungen (Gruppenregeln und –werte übernehmen und akzeptieren), z. B. das bereitgestellte Obst soll für alle Kinder reichen, deshalb nehme ich nur einen Teil davon.
2.1.6.2 Moralische Urteilsbildung (Streitfragen erkennen, reflektieren, Stellung beziehen, Gedanken äußern).
2.1.6.3 Unvoreingenommenheit (andere Werte/Einstellungen/Sitten unvoreingenommen begegnen, z. B. Akzeptanz von unbekannten Essgewohnheiten, Speisezusammenstellungen.
2.1.6.4 Sensibilität für und Achtung von Andersartigkeit und Anderssein z. B.: Akzeptanz von unbekannten Essgewohnheiten, Speisezusammenstellungen.
2.1.6.5 Solidarität (Zusammenhalt, sich für andere einsetzen), z. B. etwas von seinem Essen abgeben wenn ein anderer sein Essen vergessen hat und ich viel dabei habe.

 

2.1.7. Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme

2.1.7.1 Verantwortung für das eigene Handeln (Kontrolle des eigenen Handelns), z. B.: die Kinder heben herunter gefallenes Essen wieder auf.
2.1.7.2 Verantwortung anderen Menschen gegenüber (sich für Andere / Schwächere einsetzen), z. B.: Hilfe anbieten.
2.1.7.3 Verantwortung für Umwelt und Natur (Umwelterziehung), z. B. wir werfen kein Essen weg und trennen den Müll.

 

2.1.8. Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe

2.1.8.1 Akzeptieren und Einhalten von Gesprächs- und Abstimmungsregeln.
2.1.8.2 Einbringen und Überdenken des eigenen Standpunktes (Voraussetzung für Demokratie).

 

2.1.9. Lernmethodische Kompetenz – Lernen wie man lernt

2.1.9.1 Kompetenz neues Wissen zu erwerben (Verarbeitungsprozesse), Wissen anzuwenden und zu übertragen.
2.1.9.2 Eigene Lernprozesse wahrnehmen, steuern und regulieren können, z. B.: wenn ich mir oft selbst einschenke, dann klappt es immer besser.

 

 

2.2 Sprache und Literacy

Die Sprache ist für uns Menschen das Mittel der Verständigung im Gespräch oder zur Kontaktaufnahme mit anderen. Aus diesem Grund wird der Sprache bei uns eine große Bedeutung gewidmet. Als Lernziele sehen wir die Erweiterung des Wortschatzes, das grammatikalische richtige Sprechen, die Freude am Sprechen, Begriffs- und Lautbildung, verschiedene Sprachstile  sowie Textverständnis und Erzählkompetenz. Durch Lieder, Geschichten, Finger- und Kreisspiele sollen die Kinder befähigt werden, einfache Zusammenhänge zu begreifen und auszudrücken. Dadurch erfährt das Kind die erste Begegnung mit der Literatur. Im spielenden Umfeld mit Geräuschen und Tönen werden dem Kind die Sprachlaute allmählich bewusst. Unsere Kinder erhalten die Fähigkeit Laute zu erkennen, dies ist eine wichtige Vorstufe des schulischen Lesen lernen. Die Freude und das Interesse an einer Fremdsprache, z. B. Englisch, wecken wir bei unseren Kindern, durch Sing- und Kreisspiele sowie Tonkassetten mit Dialogen und Liedern.

 

 

2.3 Bewegungserziehung und –förderung

Bewegung ist für die kindliche Entwicklung unverzichtbar! Bewegung ist ein grundlegendes Mittel zum gefühlsmäßigen Erleben, zur Verständigung, Einordnung des Einzelnen in die Gemeinschaft und Erkenntnisgewinnung. Eine eingeschränkte Bewegungserfahrung behindert körperliches Wohlbefinden und Gesundheit, soziale Integration, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und geistige Erkenntnisgewinnung. In unseren Angeboten zur Bewegungserziehung stehen die Eigenaktivität der Kinder und das weitgehend freie und kreative Erproben neuer Bewegungsmöglichkeiten im Vordergrund.

Bewegung findet bei uns unter anderem durch, gezielte Turnstunden, das freie Erproben von Bewegungsabläufen im Garten sowie Bewegungsspiele und Bewegungen im täglichen Stuhlkreis, statt. Der natürliche Bewegungsdrang der Kinder wird von uns unterstützt durch entstehende Rollenspiele mit und ohne Spielmaterial, durch selbständiges Tun, z. B. höher liegendes Material nehmen, Stuhlkreis stellen etc. Bewegungsfreundliche Gruppenräume und der Freiraum im gesamten Kindergartengebäude, z. B. Spiel in der Gardarobe sowie Windfang sowie Ruheraum, lassen den Kindern ausreichen Möglichkeiten, ihre vielfältigen Bewegungsformen auszuleben. Unser großzügiges Außengelände ermöglicht unseren Kindern nicht nur das Klettern, Rutschen und Spielen im Sand, sondern fördert u. a. die motorischen Fähigkeiten wie Gleichgewichtsgefühl, Koordinationsfähigkeit, Raumorientierung und Geschicklichkeit. Durch die umbaubedingte Auslagerung in die Schule besteht als weitere Bewegungsmöglichkeit die Nutzung des Spielplatzes an der Schule.

 

 

2.4 Mathematische, naturwissenschaftliche und technische Bildung

In der mathematischen Bildung gilt es die vorhandene Neugier und der natürliche Entdeckungsdrang der Kinder hinsichtlich des Umgangs mit Zahlen, Mengen und geometrischen Formen für die Aneignung mathematischer Vorläufer-Kenntnisse und Fähigkeiten zu nutzen. Bei der Förderung geht es nicht nur um die Entwicklung des Zahlbegriffs, sondern auch um typische mathematische Denkweisen. Die Betrachtung geometrischer Objekte und Beziehungen leistet einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung der Fähigkeit, die eigene Lebens- bzw. Erfahrungsumwelt zu erschließen. Die Vermittlung mathematischer Inhalte muss dem Alter entsprechend und damit praktisch und konkret erfolgen und alle Sinne ansprechen. Wir bieten unseren Kindern viele unterschiedliche Materialien, die es ermöglichen, sie nach Größe, Gewicht, Farbe, Form und Menge zu unterscheiden und zu ordnen. Durch Gespräche, Bilderbuch- und Bildbetrachtung wird die Fähigkeit entwickelt, Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede sprachlich auszudrücken. Begriffe wie hoch – tief, oben – unten, lang – kurz, viel – wenig, etc. werden erkannt. Durch die Vielfalt unserer Spiele, Bausteine, Lege- und Konstruktionsmaterial gehen die Kinder experimentell mit dem Material um, und lernen dadurch spielerisch die Merkmale der verschiedenen Objekte kennen und zu unterscheiden. Durch gezielte Angebote in der Bewegungsbaustelle, in Turn- und Rhythmikstunden entwickelt sich bei unseren Kindern räumliche Vorstellungen, Sicherheit in der Orientierung, und sie sammeln Erfahrungen mit Formen und dem Zahlenbegriff. Immer wieder bauen wir in unsere Themenangebote Möglichkeiten ein, bei denen die Kinder wiegen und messen, schütten und gießen sowie den Umgang mit Geld erfahren. Beim Aufenthalt in unserem weitläufigen Freigelände erfahren die Kinder Entfernungen und lernen sie einzuschätzen. Unsere Naturgesetze, mit denen wir täglich zu tun haben und unbewusst damit umgehen, werden durch Experimente unseren Kindern bewusst gemacht. Durch selbständiges Handeln und Ausprobieren, heben von unterschiedlich schweren Kartons, verschiedene Instrumente hören, klettern und steigen, finden die Kinder Antworten auf Schwerkraft, Magnetismus und andere Gesetzmäßigkeiten. Dieser Erkenntnisgewinn treibt ihre Neugier und Freude an weiteren Experimenten voran. Unsere Projekte berücksichtigen alle Bereiche der Naturgesetze aus der Chemie, Physik, Technik und Biologie.

 

 

2.5 Ästhetische, bildnerische und kulturelle Bildung und Erziehung

Unser Ziel ist es, durch kreatives Gestalten und gestaltendes Spiel die Ausdrucksmöglichkeit der Kinder zu unterstützen und ihre schöpferischen Fähigkeiten zu entfalten. Wir möchten die Kreativität der Kinder, die Lust etwas zu schaffen, fördern. Es ist das Bedürfnis der Kinder ihre Gefühle und Empfindungen auszudrücken und darzustellen. Diesem Bedürfnis wollen wir mit Verständnis und emotionaler Zuwendung begegnen, ohne sofort lenkend einzugreifen. Dabei soll der kreative Vorgang mehr Anteilnahme finden als das Ergebnis. Wir wollen die Kinder aber auch bei gezielten Beschäftigungen anleiten, sich immer wieder mit neuen Themen auseinander zu setzen und ihnen bei der Umsetzung helfen. Wichtig ist hierbei das Kennenlernen und der Umgang mit unterschiedlichen Materialien, wie Schere, Kleister, Pinsel und Farbe, Stifte aller Art, Papier sowie wertarmes Material. Gerne nutzen wir vorhandene Möglichkeiten am Ort, um kulturelle und Kunst schaffende Einrichtungen unseren Kindern vorzustellen.

 

 

2.6 Naturverständnis und Umwelterziehung

…will die Kinder zum bewussten Erleben ihrer Umwelt hinführen. Durch Anschauung und Beobachtung versucht der Erzieher den Kindern zu eigenen Erfahrungen zu verhelfen. Eigenes Handeln und Erleben sind die Grundlagen aller Umwelterfahrungen. Im Umgehen, Begreifen und Beobachten klären sich die individuellen Erfahrungen und Erlebnisse der Kinder. Ein wichtiges Anliegen ist uns die Achtung und der Schutz von Tieren und Pflanzen. In unserem großzügigen Außengelände lernen die Kinder die heimischen Bäume und Sträucher kennen und schätzen. Die Kinder erfahren den sachgerechten Umgang mit unserer Natur. Die Achtung der Elemente, besonders das Element Wasser, ist für uns von großer Wichtigkeit. Wir vermitteln den Kindern, dass Wasser kostbar ist und achten auf den richtigen Umgang. Wir ermöglichen unseren Kindern den täglichen Aufenthalt auf unserem Außengelände und beziehen den Besuch in Wald, Wiese, Bach, etc. in unsere Jahresplanung mit ein.

 

 

2.7 Musikalische und rhythmische Bildung

Musik fördert die Freude am Leben und ist Teil der Erlebniswelt der Kinder. Der Umgang mit Musik fordert und fördert die gesamte Persönlichkeit, die Kontakt- und Teamfähigkeit, trainiert aktives Hören, sensibilisiert alle Sinne und spricht Emotionen an. Stimmbildung ist zugleich Sprachbildung, es regt die Fantasie und Kreativität an. Musik ist ein ideales Medium für Kinder sich mitzuteilen, Gefühle zu äußern und schöpferisch tätig zu sein. Durch Musik entwickelt sich das Körperbewusstsein, die Wahrnehmung und die Koordination. Die Kinder werden hier im Kindergarten zum spontanen, selbständigen Musizieren angeregt. Sie lernen verschiedene Lieder, Sing- und Kreisspiele kennen. Es wird mit ihnen auch getanzt. Sie haben die Möglichkeit Orffinstrumente auszuprobieren. Hierbei wird ihnen der richtige Umgang und die Bezeichnung der Instrumente vermittelt. Großen Wert legen wir auf das kulturelle Singgut. Wir singen immer wieder gerne alte Volks- und Kinderlieder. Auf diese Weise lernen sie die musikalische Tradition unseres Kulturkreises kennen, und können es an andere weiter geben.

 

 

2.8 Medienbildung

Kinder wachsen von Geburt an mit Medien auf. Von Anfang an sind Medien in die kindliche Entwicklung einbezogen. Bei uns erhalten die Kinder die Möglichkeit, sich mit gedrukten (Bücher, Kataloge, ...) und technischen Medien (CD-Player, MP3-Player, ...) auseinanderzusetzen. Da unsere Möglichkeiten in der Einrichtung begrenzt sind, nutzen wir gerne Institutionen und Fachdienste, die Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik besitzen und zur Verfügung stellen. Die älteren Kinder machen bei uns einen Büchereiführerschein.

 

 

2.9 Verkehrserziehung/ Sicherheitserziehung

Die Verkehrserziehung ist ein wichtiger Bestandteil im Elementarbereich. Verkehrserziehung kann nicht isoliert gesehen werden, sondern erscheint bei einer ganzheitlichen Erziehung in allen Förderbereichen. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass 3 – 4 jährige Kinder ansatzweise die Farben, Formen und Geräusche unterscheiden und benennen können. Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Verhalten im Straßenverkehr. Das Kind sollte die Kontrolle und Beherrschung des eigenen Bewegungsablaufes lernen. Dazu gehören Stehenbleiben, Links-Rechts-Schauen, Erkennen der Funktionen der Ampel und des Zebrastreifens. Durch diese Erziehung wird das wichtige Verhalten im Verkehr angebahnt. Die Verkehrserziehung im Kindergarten ist familienergänzend und in diesem Bereich sind vor allem die Eltern ans Vorbild gefordert.

 

 

                                    

2.10 Gesundheitliche Bildung und Erziehung

Ziel der Gesundheitserziehung ist es, den Kindern einfache Kenntnisse der Körper- und Zahnpflege sowie die Ursachen und Verhütung von Krankheiten zu vermitteln. Die Kinder erleben Essen als Genuss mit allen Sinnen. Sie werden an Produktion, Beschaffung, Zusammenstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln beteiligt und erfahren im Rahmen einer gesunden Ernährung auch Esskultur. Sie lernen gesunde Ernährung theoretisch wie praktisch, und den Zusammenhang zwischen ausgewogener Ernährung und körperlichen Wohlbefinden. Durch ein ausgewogenes Bewegungs- und Entspannungs-Programm erfahren die Kinder bewusst was Lärm und Stille ist und welche Auswirkungen sie auf ihren Körper und ihre Gesundheit haben. Durch den Umgang mit Schere, spitzen Gegenständen, brennenden Kerzen oder auch beim Klettern, lernen unsere Kinder mit altersgemessen Gefahren umzugehen.

 

 

2.11 Ethische und religiöse Bildung und Erziehung

Es wäre ein Missverständnis, anzunehmen, es handele sich nur dann um religiöse Erziehung, wenn ausdrücklich von Jesus oder Gott gesprochen wird. Kinder stark machen für ihr Leben, das wollen wir tun aus der Überzeugung heraus, dass jeder Mensch Gottes gute Schöpfung ist! In unserem Kindergarten vermitteln wir unseren Kindern Werte, die für das tägliche Miteinander von großer Wichtigkeit sind. Wir regen die Kinder zum Teilen und Helfen, zur gegenseitiger Rücksichtnahme, Verantwortung und zur Achtung der Anderen an. In unserem Kindergartenalltag vertiefen wir die Werte, indem wir Geschichten und Bilderbücher, z. B. St. Martin, erzählen, besprechen und durch praktische Übungen -  wir betrachten eine Blume, fühlen Steine -  erfahrbar machen. Das Leben von Jesus lernen die Kinder durch die religiösen Feste im Jahreskreis, die wir für wichtig halten und mit alten Traditionen verbinden. Das sind u. a. Erntedank, Advent, Weihnachten und Ostern. Im gemeinsamen Miteinander erfahren die Kinder unterschiedliche Formen von Religion und Glauben, die sie respektieren, achten und tolerieren. Dies geschieht durch unsere offene und wertfreie Einstellung. Religiöse Erziehung soll bei uns ein ganzheitliches Erfahren von der Menschenfreundlichkeit und der Schöpfung sein.