Das Wappen des Marktes Thüngen

 

 

Seine Bedeutung und sein Entstehen

Aus verschiedenen Anlässen war der Gebrauch eines Wappens durch die Marktgemeinde immer wieder einmal notwendig. Auf jeweiliges Bitten des Bürgermeisters stellte der Chef des Hauses der Freiherren von Thüngen freundlicherweise das Familienwappen dann zur Verfügung. Aber es entstand doch allmählich der Wunsch nach einem eigenen Gemeindewappen.

Der Marktgemeinderat hat dann mit Beschluss vom 2. November 1979 den Heraldiker Karl Haas in Kronach mit der Entwurfsgestaltung eines Wappens beauftragt "und ein Gremium bestimmt, das sich mit der Vorprüfung der Entwürfe befassen soll".

Bei der Beratung über die mögliche Inhaltsgestaltung des neuen Marktwappens hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, "dass ein Drittel des geplanten Wappens den Stammwappen der Reichsfreiherren von Thüngen zu widmen sei; ein weiteres Drittel soll Symbol für den Handel und das Gewerbe, das letzte Drittel ein Sinnbild für die Landwirtschaft des Marktfleckens enthalten".

Der Heraldiker Haas legte mit Schreiben vom 12. Januar 1980 vier Entwürfe vor, die aber bei der Beratung des Gremiums wie im Gemeinderat keine Zustimmung fanden. So wurden Erster Bürgermeister Armin Weber, Stellvertretender Bürgermeister Herbert Pfeiffer und Oberlehrer Fritz Kugler  als Ortschronist beauftragt, persönlich mit dem Heraldiker in Kronach zu verhandeln und neue, entsprechende Entwürfe anfertigen zu lassen. Bei dieser Besprechung am 4. April 1980 in Kronach wurden gemeinsam zwei neue Entwürfe mit allen Einzelheiten (z. B. das Zahnrad mit sechs statt mit vier Speichen, eine Scharte statt Zinnen) skizziert, wovon dann der eine Entwurf ausgearbeitet wurde und vom Marktgemeinderat die Zustimmung erhielt.

Der Heraldiker schreibt zu diesem Entwurf am 9. Mai 1980:

"Das Wappen ist geteilt von Silber und Rot, und zwar hier nicht durch eine Zinnenteilung wie in den ersten Entwürfen, sondern durch eine so genannte Scharte (zwischen zwei Zinnen), womit das Schloss als örtliches Wahrzeichen symbolisiert sein soll.
Oben (in Silber) das Stammwappen der Freiherren von Thüngen Lutz'scher Linie, unten in Rot ein silbernes, sechspeichiges Zahnrad als Sinnbild für die ortsansässige Industrie (und damit auch für das Gewerbe) zwischen zwei goldenen Ähren als Hinweis auf die Landwirtschaft in der Gemeinde."

Die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns gibt mit Schreiben vom 6. Mai 1980 folgende

Wappenbeschreibung:

Durch eine erhöhte Scharte geteilt von Silber und Rot; oben ein goldener, mit drei gewellten roten Pfählen belegter goldener Balken; unten zwischen zwei aufrechten goldenen Ähren ein silbernes Zahnrad.

 

Übersicht zur Entstehung des Wappens und der Ortsfahne:

2. November 1979  Beschluss des Marktgemeinderates zur Entwurfsgestaltung
12. Januar 1980 Vorlage der ersten Entwürfe
4. April 1980  Neue Entwürfe entstehen beim persönlichen Gespräch mit dem Heraldiker
6. Mai 1980 Wappenbeschreibung durch die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns
21. Mai 1980 Beschluss des Marktgemeinderates zur Annahme dieses Wappens
Die Freiherrliche Familie von Thüngen hat der teilweisen Verwendung ihres Stammwappens zugestimmt
25. Juli 1980 Beschluss des Marktgemeinderates über die Führung des Ortsfahne von zwei Streifen in gelb / rot mit aufgelegtem Wappen
27. November 1980 Genehmigung wird von der Regierung erteilt
ab 1. Januar 1981 Verwendung des neuen Dienstsiegels in der Marktgemeinde
28. März 1981 "Feierliche Entrollung" der Ortsfahne durch Bürgermeister Armin Weber und Wolf-Hartmann Freiherr von Thüngen